Hypothek aufnehmen: 7 Fehler, die Sie vermeiden sollten

Die Finanzierung des Eigenheims ist für viele Menschen die finanziell bedeutsamste Entscheidung in ihrem Leben. Dabei gilt es, einige Punkte zu beachten, denn Gefahren und Fallstricke lauern auch hier überall. Die folgenden sieben Fehler kommen besonders häufig vor.

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1. Keine Strategie vorhanden

Sie sollten sich nicht nur auf die Beratung durch den Bankexperten verlassen, sondern auch selbst einiges Fachwissen aneignen. Überlegen Sie sich, welche Strategie am besten zu Ihnen passen könnte. Viele angehende Hypothekennehmer gehen viel zu blauäugig an die Sache heran, obwohl sie sich mit der Aufnahme einer Hypothek auf zehn oder zwanzig Jahre verschulden.

Die passende Strategie ist direkt auf Ihre Lebenssituation zugeschnitten, berücksichtigt Ihr Einkommen und die Zukunftswünsche. Entscheiden Sie, ob Sie lieber auf Nummer sicher gehen und die Festhypothek wählen. Oder ob Sie mit einer Libor-Hypothek nicht besser fahren, weil Sie damit die Zinsbelastung regelmässig anpassen lassen können. Sie müssen selbst einschätzen, ob Sie eher der risikoscheue oder risikofreudige Typ sind und wählen dementsprechend die passende Strategie aus.

2. Auf Zinsprognosen bauen

Auch wenn viele Experten raten, auf die Zinsprognosen zu achten: Diese sind nur bedingt hilfreich. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort, das besagt, dass vor allem Prognosen für die Zukunft schwierig seien. Es gibt keinen Nachweis darüber, dass irgendein Experte in der Lage gewesen wäre, die Entwicklung der Zinsen für die letzten fünf Jahre vorauszusagen. 

Dennoch sollten Sie aber diese Entwicklungen nicht gänzlich ausser Acht lassen, denn wenn sich Zinsen schon seit geraumer Zeit auf einem Niedrigniveau befinden, ist davon auszugehen, dass sie sich demnächst nach oben entwickeln werden. Wer nicht dauerhaft etwas mit Zinsänderungen zu tun haben möchte, sollte sich die aktuellen Zinsen langfristig sichern.

Dabei laufen Sie zwar Gefahr, dass sich die Zinsen in der Zwischenzeit ändern, doch sollten sie steigen, sind Sie auf der sicheren Seite.

3. Keine Tranchierung ohne Überlegung

Viele Banken schlagen ihren Kunden vor, dass sie ihre Hypothek in mehrere Tranchen aufteilen sollten, weil das der Risikominimierung diene. Sie seien damit angeblich davor bewahrt, dass Sie die Hypothek zu schlechten Konditionen in ihrer Gesamtheit erneuern müssen, höhere Zinsen beträfen dann nur eine Tranche.

Die Tranchierung birgt aber eine Gefahr: Sie sind von der betreffenden Bank abhängig. Sie können keinen anderen Anbieter wählen, weil andere nicht im zweiten Rang finanzieren. Sie müssten das Angebot Ihrer bisherigen Bank zur Refinanzierung wählen, auch wenn dieses deutlich schlechter als die Offerten anderer Banken ist.

Sie sind besser dran, wenn Sie eine auslaufende Tranche amortisieren können. Konfrontieren Sie Ihren Bankberater mit diesem Wunsch und Sie werden überrascht sein, welch gute Angebote relativ schnell auf dem Tisch liegen. Wenn Sie nämlich Ihr Anlagevermögen reduzieren und die Hypothek damit verkleinern, wird er sich nicht erfreut darüber zeigen und andere Lösungen finden.

4. Zu knappe Hypothek

Mit dem Hauskauf sind hohe Kosten verbunden, wobei davon viele nicht vorhersehbar sind. Gern vergessen Bauherren auch die weiteren Kosten und stehen plötzlich zwar mit einem neuen Haus, aber ohne Küche und neue Möbel da. Diese Anschaffungen wurden bei der Hypothekenberechnung nicht eingeplant, das Geld dafür fehlt jetzt.

Was tun? Die Erhöhung der Hypothek ist meist nicht ohne Weiteres möglich. Besser ist es daher, sich von Anfang an Gedanken darüber zu machen, wie viel Geld tatsächlich gebraucht wird. Schränken Sie Ihre Liquidität nicht zu stark ein und setzen Sie eher auf eine höhere Hypothek, auch wenn das durch mehr Zinsen eine höhere Belastung darstellt.

Die finanzielle Freiheit ist nicht zu unterschätzen und dafür lohnt es sich auch, noch einige Monate länger eine Hypothek zurückzuzahlen. Experten raten dazu, dass nach dem Kauf der Immobilie und nach dem Abzug der weiteren Kosten noch ca. fünf Prozent an Geldreserven zur Verfügung stehen sollten.

5. Kündigung vergessen

Eine Festhypothek ist in der Regel mit einem festen Enddatum versehen. Doch auch dann müssen Sie diese kündigen! Werden Sie nicht selbst aktiv, wird die auslaufende Hypothek in eine variable Hypothek umgewandelt, nicht alle Banken nehmen diesbezüglich zuerst mit Ihnen Kontakt auf.

Das Problem daran: Die variable Hypothek ist deutlich teurer als die Festhypothek. Ausserdem haben Sie dann keine Möglichkeit mehr, zu einem anderen Anbieter zu wechseln und Sie müssen die gesetzte Kündigungsfrist für die variable Hypothek einhalten.

Daher unser Rat: Vergessen Sie bloss nicht, die Kündigung zu schreiben (und zu versenden!), wenn Sie keine Nachteile haben wollen. Bei der Suche nach einem neuen Anbieter für Ihre Hypothek hilft Ihnen der Vergleichsrechner auf neotralo.ch.

6. Kleingedrucktes nicht lesen

Das Gespräch mit dem Berater war ausführlich bis erschöpfend. Nun noch schnell den Vertrag unterschreiben und Sie haben die Hypothek in der Tasche! Doch Halt, so schnell sollte es nicht gehen. Vergessen Sie nicht, das Kleingedruckte zu lesen, denn das kann Ihnen zum Verhängnis werden. Hier sind Regelungen bezüglich der Kündigungsfristen zu finden, des Weiteren sind einzelne Konditionen näher erläutert oder Einschränkungen werden dargestellt.

Auch wenn es schnell gehen muss: Lesen Sie immer das Kleingedruckte und fragen Sie nach, wenn etwas unklar sein sollte.

7. Keine Vergleiche vornehmen

Das Angebot erscheint gut, die Konditionen günstig. Bitte dennoch den Vertrag über die Hypothek nicht gleich abschliessen, ohne einen Vergleich vorzunehmen! Denn der Abschluss des Vertrags ohne Verhandlung oder Vergleich kann Sie teuer zu stehen kommen. Es gab schon Fälle, bei denen der Hypothekennehmer bis zu CHF 20´000 sparen konnte, weil er geschickt nachverhandelt hat.

Wenn Ihnen die Bank ein Angebot für die Hypothek unterbreitet, fragen Sie nach: Welche Zinsnachlässe sind möglich, können Gebühren erlassen werden? Wie steht es um die Tranchierung? Wenn Sie all diese Angaben von einer Bank vorliegen haben, sollten Sie diese mit einer anderen Bank vergleichen.

Wählen Sie mindestens drei andere Anbieter aus, ehe Sie sich entscheiden. Versuchen Sie, durch Nachfragen auch bei den anderen Offerten herauszubekommen, wie gross der Spielraum noch ist. Entscheiden Sie sich erst dann, mit welcher Bank Sie Ihr Finanzierungsvorhaben realisieren.

Um andere Anbieter zu finden, nutzen Sie doch den Hypothekenvergleich auf neotralo.ch und nehmen Sie dann Kontakt zu den Beratern der für Sie interessantesten Offerten auf.

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