Neue Gefahren für KMU durch Home Office

Traditionelle Arbeitsmodelle galten so lange, bis Corona kam. Nun wird nach anderen Lösungen gesucht, um flexibler und eigenverantwortlicher zu arbeiten. Doch gleichzeitig entwickeln sich neue Gefahren für Unternehmen und ihre Mitarbeiter.

Höheres Risiko für Geräte

Das Home Office hat durchaus seine Vorteile und bietet das Arbeiten mit mehr Eigenverantwortung und deutlich mehr Flexibilität. Gleichzeitig sehen Versicherungen diesen Trend kritisch, gehen sie doch davon aus, dass die genutzten Geräte im Home Office deutlich grösseren Gefahren ausgesetzt sind.

Schon im Frühjahr 2020 war rund die Hälfte der Berufstätigen in der Schweiz im Home Office, teilweise dauerhaft, andere auf Stunden oder Tage in der Woche beschränkt. Grund waren die beschlossenen Corona-Schutzmassnahmen, derer sich die Unternehmen beugen mussten und aufgrund derer neue Arbeitsmodelle eingesetzt werden mussten. Einen deutlichen Schub erfuhren die Digitalisierung und die Arbeitsplatzmodelle, die nun so vielfältig wie nie zuvor sind. Nicht wenige Mitarbeiter wussten diese Art der Arbeit zu schätzen, gleichzeitig können sich viele Unternehmen damit arrangieren. Es bleibt also zu erwarten, dass das Home Office auch nach Corona deutlich stärker genutzt werden wird als zuvor.

Bei Umfragen gaben sogar rund 41 Prozent der Befragten an, dass sie zu Hause deutlich produktiver seien, etwa 34 Prozent wollen selbst nach Corona zu Hause arbeiten. Die Umgebung sei hier ruhiger, es gäbe weniger Ablenkungen durch Kollegen und der Alltag könne besser in das Berufsleben integriert werden. Das alles führt nach Ansicht der Versicherer aber dazu, dass die von den KMU gestellten Geräte im Home Office deutlich gefährdeter seien als im regulären Büro. Dies gilt vor allem für die Angestellten, die zwar im Home Office tätig sind, dort aber einen abgeschlossenen Büroraum nutzen, sondern von der Familie und Haustieren umgeben sind.

Grosses Bedürfnis nach Sicherheit

Unternehmen mussten durch die Umstellung auf das Home Office schnell dafür sorgen, dass technische Lücken geschlossen werden und dass digitale Tools in der Standardvariante eingesetzt werden. Ausserdem mussten Mitarbeiter von zu Hause aus Zugriff auf die Geräte und Technologien im Unternehmen erhalten, was einen zusätzlichen Eingriff in die Unternehmenssicherheit bedeutete. Private Geräte wurden angeschlossen und genutzt, was weder den aktuellen Sicherheitsbestimmungen noch der Effektivität diente. Nicht alles war und ist kompatibel, sodass viele Angestellte im Home Office täglich vor neuen Herausforderungen stehen.

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist in den Unternehmen stark gewachsen, zumal während des ersten Lockdowns vermehrt Phishing-Attacken auf die Unternehmen festgestellt werden konnten. Betrüger versuchten direkt, die Umstände zu nutzen und sich über Fake-Mails Zugriff auf die Rechner zu verschaffen. Dennoch sind weniger die Geräte als vielmehr die Menschen das grösste Problem, denn sie gehen immer noch zu lasch mit den Sicherheitsbestimmungen um.

Wer mit seinem Mail-Verkehr nicht sorgsam umgeht, kann Betrügern das Tor zum Unternehmen öffnen. Inzwischen haben viele Firmen Sicherheitschecklisten für die Mitarbeiter, sodass diese sich in puncto IT-Sicherheit daran orientieren können. Ganz wichtig: Familienmitglieder sollten keinen Zugang zu dem Rechner bekommen, der dem Unternehmen gehört und über den der Angestellte arbeitet. Mit jeder weiteren Person als Nutzer würde das Sicherheitsrisiko vergrössert.

Fazit: Home Office ist praktisch, aber risikoreich

Sowohl Unternehmen als auch Angestellte profitieren vom Home Office und seinen Möglichkeiten der konzentrierten, ruhigen Arbeit. Gleichwohl ist das Sicherheitsrisiko hier deutlich grösser, zumal viele Nutzer zu Hause weniger streng mit den Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens umgehen.

Potenzielle Angreifer auf das Netzwerk erhalten hier leichter Zugriff, weil sich die Geräte zu Hause mit den Geräten in der Firma verbinden müssen, unsichere Passworte verwendet werden oder nicht sorgsam genug mit dem E-Mail-Verkehr der vermeintlichen Kollegen (in Wahrheit der Betrüger) umgegangen wird. Auch die geteilte Nutzung für private und berufliche Zwecke lässt den Rechner leichter angreifbar werden. Die Deckung in der IT-Versicherung muss aus diesen Gründen für Geräte, die im Home Office genutzt werden, separat geklärt werden.

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