Fitnesscentern droht die Konkurswelle

Die Corona-Krise lässt sich nicht für alle Unternehmen gleichermassen gut bewältigen. Vor allem die Fitnessbranche leidet, denn die Sportzentren sind nun wieder seit Mitte Dezember geschlossen. Nun droht eine Konkurswelle. 

Prekäre Situation in den Fitnesscentern

Gerade die Schliessung in den Monaten Januar und Februar trifft die Branche hart. Der Grund ist, dass in dieser Zeit normalerweise besonders viele Abos verkauft werden und dieser Verkauf ist nun in 2021 komplett weggefallen. Mittlerweile gibt es schon die ersten Konkursanmeldungen. Einige Lehrlinge haben ihre Lehrstelle verloren, weil der zugehörige Betrieb insolvent war. Viele weitere stehen an der Grenze und kämpfen ums Überleben. Bisher können allerdings noch keine genauen Zahlen genannt werden, diese werden erst im Laufe der nächsten Wochen kommen. Momentan weiss der Branchenverband lediglich vom Hörensagen von den Konkursen sowie davon, dass einige Betriebe ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass in ein bis zwei Monaten die wirkliche Konkurswelle angerollt kommt.

Keine Unterstützung seitens der Regierung

Der Branchenverband klagt, dass zwar grosszügige Hilfszahlungen zugesagt worden waren, dass davon aber bislang noch nichts angekommen sei. Gerade jetzt, Anfang des Jahres, kommen die Rechnungen von den Versicherungen. Diese wiederum müssen ebenso bezahlt werden wie die üblichen Fixkosten. Durch das schon schlechtere Betriebsjahr 2020 wurden aber kaum Ansparungen getätigt, sodass die Versicherungen aus dem ohnehin knappen Budget gezahlt werden müssen. Viele Vermieter kommen den Fitnesscentern aktuell nicht oder nur wenig entgegen. Corona-Kredite mussten von vielen Sportcentern zu rund 70 Prozent für die Mietzahlungen ausgeben, andere Fixkosten waren darin nicht enthalten. Viele haben sich dadurch verschuldet oder noch weiter in Schulden gestürzt. Kurios: Viele Liegenschaften gehören Schweizer Banken, die wiederum Kredite an ihre Mieter vergeben und ihnen dennoch nicht entgegenkommen. Geld für Ressourcen ist mittlerweile kaum noch vorhanden.

Kaum Liquidität vorhanden

Die Fitnesscenter haben keine Chance, an der aktuellen Situation etwas zu ändern. Sie können keine Liquidität aufbauen, denn sie haben die Monate, in denen sie den stärksten Umsatz machen würden, gänzlich verloren. Viele Abos laufen aus und werden nicht verlängert, weil auch die Kunden kein Ende der Situation sehen. Einige haben sich während des Lockdowns solidarisch gezeigt und ihre Beiträge nicht zurückgefordert oder teilweise das Abo verlängert. Doch irgendwann ist die Geduld der Kunden zu Ende und sie sehen nur die unsichere Situation. Mittlerweile rechnet kaum noch ein Fitnessstudio damit, dass nach der Lockerung gleich viele Kunden in die Fitnesscenter stürmen und sich per Abo für längere Zeit binden. Das Risiko ist den meisten Sportfreunden zu gross.

Auch Onlinekurse sind nur bedingt eine Alternative, denn viele junge, sportaffine Leute setzen eher auf Youtube oder andere kostenlose Angebote für das tägliche Workout. Andere setzen auf eine persönliche Betreuung, weil sie Schmerzen haben und eine exakte Anleitung benötigen. Diese ist per Video einfach nicht zu geben, weil keine direkten Rückmeldungen möglich sind. Auch wenn die Fitnesscenter einiges versuchen, um die Kunden bei der Stange zu halten, werden sie auf Dauer wohl zu den grossen Verlierern der Corona-Krise gehören. Wenn der Lockdown noch einmal über den Februar hinaus verlängert werden würde, wäre das das Aus für deutlich mehr Betriebe.

Fazit: Die Fitnessbranche geht auf dem Zahnfleisch

Für viele Fitnesscenter heisst es jetzt: Alles oder nichts! Wenn sie nach dem Februar immer noch nicht öffnen dürfen, ist das letzte Fünkchen Hoffnung verschwunden und es wird eine deutlich grössere Konkurswelle geben als ohnehin schon. Denn bereits jetzt müssen viele Fitnessbetriebe schliessen, weil sie keine Einnahmen mehr haben, die Ausgaben für Miete, Versicherungen und weitere Kostenpunkte aber hoch bleiben. Corona-Kredite werden nicht oder nur schleppend ausgezahlt, diese gehen sofort in die Begleichung der wichtigsten Kosten. Was bleibt, sind verschuldete Studios, die nur noch den Gang zur Konkursanmeldung unternehmen können.

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