Lockdown: Mangel an Bewegung droht den Schweizern

Ausgangsbeschränkungen, Arbeit von zu Hause aus und geschlossene Fitnessstudios: Wer nicht gerade diszipliniert selbst Sport treibt, dürfte längst an Bewegungsmangel leiden. Nun warnt auch die WHO vor dauerhaft zu wenig Bewegung. Das könnte schwerwiegende Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Bis zu fünf Stunden in der Woche Sport

Allgemeine Empfehlungen besagen, dass Erwachsene zwischen zweieinhalb und fünf Stunden Bewegung pro Woche benötigen, was schon sehr niedrig gehalten ist. Denn immerhin bedeutet das nicht einmal eine Stunde Bewegung am Tag! Dabei geht es um moderate bis intensive Bewegung, wozu der Spaziergang ebenso zählt wie das Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen.

Doch die schon so lange geschlossenen Sporteinrichtungen verhindern die geregelte Bewegung, zu der sich viele Schweizer verpflichtet sahen, weil sie „nun einmal ein Fitnessabo“ hatten. Der Lockdown ist die willkommene Entschuldigung und für viele auch wirkliche Begründung dafür, sich nicht mehr ausreichend zu bewegen. Wobei es für Kinder und Jugendliche noch weitaus schlimmer ist, denn diese sollten sich mindestens eine Stunde am Tag aktiv bewegen. Dieses Ziel erreichen die meisten ohnehin schon nicht und jetzt, in Zeiten des Lockdowns, schon gar nicht.

Die WHO geht davon aus, dass im Lockdown rund 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu wenig Bewegung bekommen, bei den Erwachsenen können es sogar noch mehr sein. Dabei ist die körperliche Aktivität entscheidend dafür, dass sich Gesundheit und Wohlbefinden einstellen. Damit könne das Leben um einige Jahre verlängert werden, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte. Regelmässige Bewegung sei überdies der Schlüssel dazu, weitere Erkrankungen zu verhindern, vor allem Typ-2-Diabetes und Krebs werden hier genannt. Durch Bewegung wird das Immunsystem gestärkt, was letzten Endes auch im Kampf gegen Corona helfen würde.

Sport verhindert noch weitere Erkrankungen

Ausreichend Sport stärkt den Körper, lässt die Leistungskraft von Lunge und Herz nach oben gehen. Auch Symptome wie Depressionen oder Angstzustände können durch Sport zumindest gemildert werden. Dabei geht es nicht darum, Leistungssport zu betreiben, sondern es ist bereits ausreichend, sich wirklich aktiv zu bewegen. Mit dem Hund wird eben keine Bummelstunde eingelegt, sondern der Spaziergang wird ein flotter Marsch. Kinder toben auf dem Spielplatz oder können sich bei einem Spaziergang durch die freie Natur austoben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ausreichend Bewegung überdies die Gedächtnisleistung fördert, somit werden sowohl Körper als auch Geist durch Bewegung auf Trab gehalten.

Keine ausreichenden Statistiken vorhanden

Wie wenig sich jeder wirklich bewegt, ist derzeit noch nicht klar, die Auswirkungen der Pandemie sind in diesem Bereich noch relativ wenig erforscht. Die WHO warnt jedoch bereits jetzt davor, dass die Zahl der Erkrankungen, die sich auf einen Mangel an Bewegung zurückführen lassen, nach oben schnellen könnte. Immer noch sind viele Menschen dazu gezwungen, von zu Hause aus zu arbeiten. So entfällt der Weg zur Arbeit, der quasi als Zusatzbewegung gesehen werden konnte. Die normalen Routinen der alltäglichen Bewegung fallen immer noch weg.

Die WHO zeigt sich nun besorgt und schätzt, dass die Kosten für die gesundheitliche Versorgung der Menschen, die aufgrund von Bewegungsmangel erkranken, auf bis zu 45 Milliarden weltweit hochgehen könnten. Zudem könnten bis zu fünf Millionen zusätzliche Todesfälle pro Jahr verhindert werden, wenn sich die Menschen mehr bewegen würden.

Fazit: Unterschätzte Auswirkungen der Pandemie

Die meisten Menschen unterschätzen die Zeit des Tages, die sie im Sitzen verbringen. Für sie ist die Nutzung von Fitnesstrackern sinnvoll, die konkret anzeigen, wie viel sich der Träger des Trackers am Tag bewegt hat. Hiermit kann die allgemeine tägliche Bewegung gemessen werden und der Betreffende sieht sofort, wo er nachbessern muss. Ohne mehr Bewegung, die gerade in Corona-Zeiten so wichtig ist, können schon bald zahlreiche weitere Erkrankungen auftreten, die letzten Endes auch corona-bedingt sind, wenn auch nicht durch das Virus hervorgerufen.

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