Kostenunterschiede bei gleicher Leistung: Schweizer, wechselt doch einfach!

Autoversicherungen ähneln sich meist in ihren Leistungen. Hier werden ein paar Zugeständnisse mehr gemacht, dort hingegen werden einige Schäden nicht übernommen. Doch im Grossen und Ganzen bleiben die Leistungen ähnlich. Dennoch gibt es hohe Preisunterschiede bei den Anbieter. Das Verblüffendste aber sind die Versicherten selbst, die zwar angeben, gern wechseln zu wollen, dies aber nur in den seltensten Fällen wirklich machen.

Viele wollen wechseln, wenige tun es

Alljährlich kommt der Bescheid der Autoversicherung ins Haus geflattert und zeigt an, dass die Prämien (wieder einmal) erhöht werden. Die wenigsten Autobesitzer, die ihr langjährig geliebtes Fahrzeug auch weiterhin fahren wollen, werden mit günstigen Prämien bei ihrer bisherigen Versicherung belohnt. Günstiger wird es meist nur, wenn ein neues oder jüngeres Fahrzeug zugelassen und versichert werden soll. Spätestens, wenn die betroffenen Versicherten das Schreiben in der Hand halten, verspüren sie den Wunsch, die Autoversicherung zu wechseln. Es muss doch auch bessere Anbieter geben! Genau die gibt es auch, doch letzten Endes macht sich die Bequemlichkeit vieler Schweizer breit und setzt sich durch. Die paar Franken mehr werden bezahlt, der gröbste Ärger ist verflogen – und taucht spätestens im nächsten Jahr zur selben Zeit wieder auf.

Vergleich zeigt: Hohe Preisunterschiede machen einen Wechsel nötig

Die Differenz zwischen den Prämien der einzelnen Autoversicherer ist gross, wie der Vergleich zeigt, den die NZZ am Sonntag 28. August 2021 veröffentlichte. Bis zu 60 Prozent können die Unterschiede betragen, wenn man den Anbieter mit den besten Konditionen (Postfinance) und die teuersten Verträge (Allianz und Generali) miteinander vergleicht. Als Basis wurde hier ein Schweizer genommen, männlich, 35 Jahre alt und Eigentümer eines Mittelklassewagens. Bei der günstigsten Versicherung soll er 575 Franken im Jahr zahlen, bei den teuersten hingegen mehr als 900 Franken.

Noch augenscheinlicher werden die Unterschiede, wenn ein Schweizer mit ausländischem Pass ein Auto versichern möchte. Hier allerdings sind auch die günstigsten Anbieter weitaus teurer, die Unterschiede zeigen sich eher beim Vergleich einer Person mit Schweizer und einer Person mit ausländischem Pass. Zwischen 400 und 600 Franken im Jahr muss der Schweizer mit ausländischem Pass bezahlen.

Die Preisunterschiede zeigen, dass es durchaus sinnvoll ist, mindestens einmal im Jahr einen Preisvergleich vorzunehmen und sich dann nicht nur zu überlegen, dass ein Wechsel beim Sparen helfen würde, sondern auch wirklich zu wechseln. Warum die Schweizer so „wechselfaul“ sind, zeigen die Vergleiche und Studien allerdings nicht. Ausgegangen wird von einem Anteil von gerade einmal fünf Prozent der Versicherten, die am Ende wirklich wechseln und dies nicht nur vorhaben.

Fazit: Der Wille ist da, mehr aber auch nicht

In jedem Jahr schimpfen die Schweizer über Erhöhungen der Prämien, wenn sie bei ihrer Versicherung bleiben. Lassen sie in neues Fahrzeug zu und wollen dafür eine Haftpflichtversicherung abschliessen, stehen sie freilich nicht vor dem Problem, denn die Prämien für neu zugelassene Fahrzeuge sind seit Jahren im Sinken begriffen. Ansonsten ist festzustellen, dass es beim Schimpfen bleibt, denn wirklich wechseln möchte nur ein kleiner Anteil der Versicherten. Ob es an dem Aufwand liegt, einen Vergleich der Anbieter zu betreiben und sich aktiv mit dem Wechsel auseinandersetzen zu müssen, oder ob andere Gründe für die Wechselunwilligkeit vorliegen, ist jedoch nicht bekannt.

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