Innovative Start-ups: Gestandene Unternehmen lernen von den Newcomern

Innovative Start-ups: Gestandene Unternehmen lernen von den Newcomern

Start-ups schiessen immer wieder wie Pilze aus dem Boden. Viele von ihnen verschwinden wieder, doch manche setzen sich mit ihrer Idee auf dem Markt durch. Von diesen Gründern können auch gestandene Unternehmen noch einiges lernen, denn nicht selten sind hier Ideen und Herangehensweisen zu erkennen, die das Zeug dazu haben, die Welt zu verändern.

Merkmale guter Ideen

Eine gute Idee zeichnet sich nicht zwangsläufig nur dadurch aus, dass sie gut umsetzbar zu sein scheint und auf einen willigen Markt trifft. Es gibt noch weitere Merkmale, anhand derer sich eine gute Geschäftsidee erkennen lässt. Ganz wichtig dabei: Die Idee nutzt einen Trend aus. Dieser darf noch nicht voll entwickelt, sollte eher in der Entstehung begriffen sein. Das Team, das die Idee umsetzen möchte, muss Innovationsfreude mitbringen und soll die Fähigkeit mitbringen, aus einer Idee ein Produkt werden zu lassen. Interessant ist, dass eine absolute Alleinstellung auf dem Markt sogar negativ sein kann. Denn: Wo es keine Konkurrenz gibt, gibt es meist auch keinen Markt. Ein komplettes Nischenprodukt oder eine Super-sonder-Leistung muss nicht zwingend gut sein!

Gründer von Start-ups bringen überdies meist die nötige Motivation mit, ihre Idee auch wirklich umsetzen zu wollen. Sie setzen alles auf eine Karte und bringen Zeit und Geld mit ein, wobei sie beides oft nicht in ausreichendem Masse haben. Misserfolge sind üblich, Rückschläge normal. Sie müssen hingenommen werden und machen den Gründer stärker. Sie zeigen Schwächen auf, die es zu verbessern gilt, und zeigen, was auf welche Weise nicht funktionieren kann.
Zudem werden gute Ideen über Netzwerke verbreitet, die nicht durch Geld zusammengehalten werden. Während bei gestandenen Unternehmen häufig ein gewisses Einkommen oder eine Marktposition ausschlaggebend für die Aufnahme in ein Netzwerk ist, ist dies bei Start-ups noch nicht der Fall. Hier zählen gemeinsame Werte und der Glaube an die Idee deutlich mehr. Der Austausch mit anderen kann den Gewinn maximieren und Fehler aufzeigen, die der Gründer selbst nicht sieht.

Der Hunger nach Erfolg muss bleiben

Ein zu schneller Erfolg kann kontraproduktiv sein. Wenn ein Team zu rasch Gewinne macht und sich das Produkt direkt platzieren kann, lässt der Hunger nach Erfolg oft nach. Es werden Fehler gemacht und toleriert, der Wille, etwas zu verbessern, ist nicht mehr vorhanden. Gleichzeitig geht die Fähigkeit zur Strategieänderung verloren. Wer Erfolg haben will, muss sich anpassen und dazu zählt auch, die eigene Strategie immer wieder zu überdenken. Vor allem in der frühen Phase, wenn nur wenig Geld vorhanden ist, muss die Strategie immer wieder an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden, was mitunter recht schwierig erscheint. Wer es dennoch versucht, wird mit Erfolg belohnt. Damit wiederum bleibt der Sinn für immer neue Versuche und Experimente vorhanden. Gleichzeitig bleibt die Vision erhalten, den Kunden ein Unikat zu bieten und einfach besser als andere zu sein.
Wichtige Fähigkeiten, die ein Gründer mitbringt und die für ein gestandenes Unternehmen wichtig sind, können demnach die folgenden sein:

    • Fähigkeit zur Anpassung bleibt erhalten
    • agiles Denken ist vorhanden
    • Strategien werden angepasst
    • der unbedingte Wille zum Erfolg bleibt bestehen
    • Datenauswertungen und Analysen werden genutzt, um neue Wege zu finden
    • Team bleibt eigenständig und nutzt dennoch die Fähigkeiten aus dem Netzwerk

Fazit: Gestandene Unternehmen lernen von Start-ups einiges über die richtige Einstellung

Viele gestandene Unternehmen blicken von oben auf Start-ups herab. Dennoch haben die Gründer einige Fähigkeiten, die für alteingesessene Unternehmen durchaus von Vorteil sein können und die sie auf der Erfolgsleiter weiter voransteigen lassen. Netzwerke sollten nicht nur nach Status entstehen und genutzt werden, sondern vor allem die persönliche Komponente berücksichtigen. Der unbedingte Wille zum Erfolg muss vorhanden bleiben, ausserdem darf sich niemand durch Rückschläge entmutigen lassen. Vielmehr gilt es, sich anzupassen und neue Wege zu finden, statt stur auf den alten zu verbleiben. Auch wenn die Start-up-Idee vielleicht scheitern mag, bringt sie doch wertvolle Hinweise für andere Unternehmen.

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IT-Sicherheit: Das ist für Schweizer KMU wichtig

IT-Sicherheit: Das ist für Schweizer KMU wichtig

Auch für die Schweizer Unternehmen hat die Corona-Krise zahlreiche Änderungen gebracht. Unter anderem arbeiten mehr Menschen denn je im Home Office. Damit sind Sicherheitslücken verbunden, die mit dem passenden Produkt geschlossen werden müssen.

Corona beeinflusst die KMU-Entscheidungen in puncto IT-Sicherheit

Lange wurde der Punkt der IT-Sicherheit zwar als wichtig gesehen, bekam jedoch nicht die nötige Aufmerksamkeit. Seit jedoch immer mehr Mitarbeiter im Home Office beschäftigt sind, steigt auch die Zahl der Hackerangriffe. Diese versuchen, sich über die Netzwerke Zugang zu sensiblen Daten zu verschaffen und je mehr Menschen ausserhalb ihres eigentlichen Unternehmensstandorts von jedem Ort der Welt aus arbeiten, desto grösser werden die Sicherheitslücken. Kein Wunder also, dass Umfrage nun ergebe, dass sich KMU durch Corona beeinflusst fühlen und dementsprechend die Kaufentscheidungen in Bezug auf Produkte für die IT-Sicherheit bewusster getroffen werden. In der Schweiz sind mittlerweile rund 84 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass sie von Corona in Sachen IT-Sicherheit beeinflusst werden. Zum Vergleich: In Deutschland fühlen sich nur etwa 50 Prozent der KMU durch Corona in ihrer IT-Sicherheit bedroht. Die Kaufentscheidungen für IT-Sicherheitsprodukte aber treffen nicht die Unternehmenschefs, sondern in den meisten Fällen die IT-Verantwortlichen. Dabei verfolgen rund 68 Prozent der Unternehmen die sogenannte Single-Vendor-Strategie, bei der alle Produkte von einem Anbieter gekauft werden.

Keine cloud-basierte Security gefragt

In der Schweiz wird im Gegensatz zu den übrigen Ländern des DACH-Raums keine cloud-basierte Securitylösung gefragt. Beziehungsweise keine reine cloud-basierte Lösung, denn davon wollen nur rund 18 Prozent der Unternehmen etwas wissen. On-Premises-Lösungen werden ebenfalls nur von 22 Prozent gefragt. Was allerdings gewünscht ist, sind Managed-Service-Provider, hier ist die Schweiz der absolute Spitzenreiter und hängt Deutschland und Österreich ab. Österreich wird aber aufholen, zumindest lassen dies die KMU vermuten, die in Umfragen bei entsprechenden Fragen teilnehmen und sich in dieser Weise äussern.

Wie soll IT-Security sein?

Produkte für die IT-Security werden nach ganz bestimmten Kriterien ausgewählt. Es geht vor allem darum, dass sie leicht bedienbar sein sollen, denn kaum ein Mitarbeiter im Unternehmen soll erst eine lange Einführungszeit für ein neues Produkt benötigen müssen. Vielmehr sollen die Produkte installiert werden und ihren Dienst versehen, ohne dass damit Einschränkungen oder massive Neuerungen verbunden sind. Die einfache Installation ist ohnehin ein wichtiger Punkt, der bei der Auswahl der IT-Produkte berücksichtigt wird. Viele Schweizer orientieren sich dabei an Testberichten und lassen sich nicht nur von dem Namen des jeweiligen Produkts lenken. Die KMU bzw. die Verantwortlichen in den Unternehmen lesen die Berichte sowie Empfehlungen der Reseller und entscheiden erst dann. Nicht zuletzt spielt der Preis für die Wahl eine Rolle, denn auch ein sehr gutes IT-Produkt, welches zu hohen Summen angeboten wird, wird eher nicht gewählt, wenn es als zu teuer empfunden wird. Im Umkehrschluss sind es aber auch nicht die ganz günstigen Produkte, die als erste Wahl bezeichnet werden, hier wird gern ein mangelnder Nutzen unterstellt.

Fazit: Schweizer KMU setzen verstärkt auf IT-Sicherheit

Die Zeiten sind unsicher geworden und damit ist nicht allein die Sicherheit gemeint, die sich durch Corona als nicht mehr ganz so selbstverständlich darstellt. Auch die KMU in der Schweiz haben mit mangelnder Sicherheit zu kämpfen, denn Cyberattacken werden immer häufig. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Zahl der Hackerangriffe auf über 200 Prozent im Vergleich zum 2019 angestiegen ist. Das Thema IT-Sicherheit bekommt daher eine besondere Relevanz und wird stärker beachtet denn je. Die Unternehmen setzen dabei auf namhafte Produkte, die leicht zu installieren und einfach zu verstehen sind, die in Testberichten gut abgeschnitten haben und die nicht zu teuer sind. Ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis ist für die KMU in der Schweiz besonders wichtig.

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Freihandelsabkommen sind Gewinn für KMU

Freihandelsabkommen sind Gewinn für KMU

Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat eine Studie veröffentlicht, in der es darum geht, wie die Unternehmen der Schweiz das Freihandelsabkommen nutzen. Sie können damit Zölle einsparen, was mehrere Milliarden Franken im Jahr ausmacht. Dabei profitieren hauptsächlich KMU von den Regelungen und nicht nur die Grosskonzerne, wie es einst befürchtet wurde.

KMU verzeichnen überdurchschnittliche Gewinne

Einst wurde befürchtet, dass KMU die grossen Verlierer des Freihandelsabkommens sein würden und dass eher die Grosskonzerne von dem Abkommen profitieren könnten. Doch weit gefehlt, wie nun die Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft zeigte. In Wirklichkeit profitieren KMU am stärksten von dem Abkommen und geniessen die grössere Wettbewerbsfreiheit. Die KMU wenden das Abkommen effektiv an, um Zölle zu sparen und erreichen das in Milliardenhöhe. Zum Vergleich: KMU haben in 2019 ca. 1´134 Mrd. Franken eingespart, grosse Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten hingegen konnten nur etwa 728 Millionen Franken sparen. Rund 140´000 Firmen haben in 2019 davon Gebrauch gemacht, dass die Zölle für den Import niedriger waren. Mehr als 55´000 Firmen nutzen die Vorteile sogar bei jeder Transaktion.

Die grössten Sparmöglichkeiten haben sich für die KMU bei speziellen Produkten ergeben. Hier sind vor allem Papierprodukte und Käse sowie Kunststoffe zu nennen. Am meisten gespart wird bei Importen aus Deutschland, China, Österreich, Frankreich und Italien, die grössten Einsparungen auf der Exportseite ergaben sich für Uhren, Edelmetalle und Maschinen. Die Daten belegen für Experten ganz klar, dass die Schweizer Firmen durchaus in der Lage sind, die Vorteile, die sich durch das Freihandelsabkommen bieten, clever zu nutzen. Allerdings zeigen sich bei Einfuhren aus China und Deutschland, dass es hier durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Exportwirtschaft ist vom Freihandelsabkommen abhängig

Die Exportwirtschaft profitiert in grossem Masse vom Freihandelsabkommen, welches für die Wirtschaft nahezu unverzichtbar geworden ist. Es werden dadurch neue Absatzmärkte erkennbar, ausserdem wird der Warenverkehr vergünstigt, der in die Schweiz und aus dieser heraus geführt wird. Das Abkommen sorgt somit für bessere Rahmenbedingungen in Bezug auf die Schweizer Wirtschaft und des Weiteren dafür, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer KMU erhalten und verbessert wird. Da die Wirtschaft der Schweiz global agiert und stark vernetzt ist, ist diese Erkenntnis von besonderer Bedeutung.
Momentan wird auf ein Freihandelsnetz gesetzt, welches aus 30 Abkommen mit 40 Partnern besteht. Dessen Ausweitung ist ein zentraler Punkt allen Handelns und es geht darum, das Netz ständig weiterzuentwickeln. Auch in Zukunft bleibt das wichtig, wobei der nächste Schritt mit der Ratifizierung des Abkommens mit Indonesien am 7. März 2021 bereits getan ist.

Künftig sollen die Freihandelsabkommen auch noch verbessert werden, was auf Basis einer breiteren Datenlage möglich sein soll. Hiermit sollen neue Massnahmen identifiziert werden, mit denen Produkte mit einem hohen Ersparnispotenzial bei den Zöllen gefördert werden sollen. Wichtig ist vor diesem Hintergrund vor allem der Abbau der Industriezölle in der Schweiz, sodass Unternehmen beim Import administrativ entlastet werden können.

Fazit: Freihandelsabkommen ist ein Gewinn für KMU

Bisher wurde stets angenommen, dass KMU eher Verlierer denn Gewinner in Bezug auf das Freihandelsabkommen seien. Doch weit gefehlt, denn sie erzielen deutlich grössere Einsparungen als Grosskonzerne durch das Abkommen. In Zukunft soll es jetzt aber darum gehen, das Abkommen weiter zu stärken und eine stärkere Vernetzung der Schweizer Wirtschaft zu erreichen.

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KMU investieren trotz Corona in mehr Sicherheit

KMU investieren trotz Corona in mehr Sicherheit

Security-Anbieter Eset hat eine Umfrage dazu gestartet, wie es in KMU in der Corona-Krise um die Sicherheit bestellt ist. Dabei kam heraus, dass viele Unternehmen gerade jetzt planen, die Sicherheit zu erhöhen und entgegen der allgemeinen Annahme nicht auch in diesem Punkt sparen wollen.

Sicherheit in Unternehmen: Home-Office als Sicherheitsrisiko

Was lange undenkbar war, ist nun Realität: Immer mehr Arbeitnehmer sind im Home-Office beschäftigt und greifen von ihrem Haus oder ihrer Wohnung auf die Daten des Unternehmens zu. Netzwerke wurden dafür geöffnet, um den Zugriff auf die Daten sicherzustellen. Doch die Geräte der Mitarbeiter sind dadurch grossen Gefahren ausgesetzt, auch die Netzwerke der Unternehmen sind durch die Arbeit von zu Hause aus angreifbarer. Die Studie des Security-Anbieters Eset hat nun gezeigt, dass viele Unternehmen genau aus dem Grund, dass sie sich angreifbarer fühlen, in ein Plus an Sicherheit investieren wollen. Sie möchten stärker auf zentral verwaltete Sicherheitslösungen zurückgreifen und sich mit Firewalls und Virenscannern verbessern. Rund zwei Fünftel der Unternehmen arbeitet inzwischen schon mit Verschlüsselungstechniken, auch hier möchten andere Firmen nachbessern. Doch gleichzeitig zeigt sich ein gewisses Mass an Unwissenheit: Viele wissen gar nicht, wie sie die Sicherheit erhöhen können und was zu tun ist, um die Daten auf den Rechnern der Firma und im Home-Office zu schützen.

Schwierig ist, dass das DSGVO-konforme Arbeiten zu Hause als schwierig eingeschätzt wird oder gar nicht umgesetzt werden kann. Häufig sind auch sensible Daten nur mit einem Passwort geschützt und das wiederum kann leicht geknackt werden. Nur ein Drittel aller Unternehmen schützt den Zugang zu den Servern durch VPN-Netzwerke oder Zwei-Faktor-Authentifizierung. Was bisher vernachlässigt wurde, rächt sich jetzt.

Positive Aspekte der Umfrage

Die Umfrage unter den mehr als 100 Unternehmen zeigte aber nicht nur Verbesserungsmöglichkeiten, sondern auch positive Dinge. Die Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und haben bereits einiges dafür getan, um die Sicherheit der Netzwerke sowie der Daten so hoch wie möglich zu halten. Auch wenn viele Unternehmen durch die Corona-Krise finanziell ins Straucheln geraten sind, so wollen doch viele davon versuchen, mehr Geld in den Bereich Security zu bringen. Es geht darum, hier Verbesserungen und neue Produkte einzusetzen, um die Arbeit im Home-Office auch auf längere Sicht zu ermöglichen. Denn ein Ende der Krise ist nicht in Sicht und auch für die Zeit danach werden bereits jetzt Forderungen von Arbeitnehmern laut, dass sie weiterhin von zu Hause aus arbeiten wollen.
Die Mittel, die seitens der Unternehmen dafür eingeplant werden, die Sicherheit zu erhöhen, sollen vor allem in Verschlüsselungslösungen fliessen. Der Virenschutz soll verbessert werden, ausserdem soll die Zwei-Faktor-Authentifizierung Standard werden. Auch VPN und Managed Services stehen auf dem Investitionsplan.

Security-Anbieter profitieren von Corona-Krise

Die Security-Anbieter werden von der Corona-Krise durchaus profitieren, denn sie sehen dem Investitionswillen der Unternehmen gelassen entgegen. Die Firmen in der Schweiz wollen verstärkt in die Sicherheit im Unternehmen investieren und werden dazu neue Lösungen brauchen, die vor allem die Arbeit im Home-Office absichert und sensible Daten schützt.

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Schweizer KMU fühlen sich im Stich gelassen

Schweizer KMU fühlen sich im Stich gelassen

Die Folgen der Corona-Krise sind vor allem für KMU zu spüren, welche sich eigenen Aussagen entsprechend im Stich gelassen fühlen. Viele Firmen sind der Meinung, dass die Regierungen im Ausland deutlich grosszügiger seien und bessere bzw. leichtere Lösungen finden würden.

Zu geringe Corona-Hilfe für KMU?

In der gesamten Schweiz und hier vor allem in den KMU geht es täglich darum, dass die Härtefallhilfen nicht ausreichend sind. Viele Branchen und Tausende von Unternehmern sehen ein Problem: Auf der einen Seite gilt die Schweiz als eines der reichsten Länder der Welt, auf der andren Seite werden die Härtefallhilfen nur knauserig gezahlt. Trotz Corona-Pandemie befinden sich die Schulden des Landes auf einem rekordverdächtig niedrigen Niveau und dennoch zahlt das Land nur wenige oder gar keine Hilfeleistungen. Die Firmen sind von Umsatzeinbussen betroffen und erhalten keine Hilfe, der Schweizer Regierung wird unterstellt, so knauserig wie keine andere Regierung eines Industrielands zu sein.

Noch Mitte September ging es darum, dass die Corona-Nothilfe bis zu 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen sollten. Das war denkbar wenig, denn in Deutschland waren es rund 8,3 Prozent, Grossbritannien zahlte sogar etwa 9,2 Prozent. Noch besser aufgestellt waren Japan (11,3 Prozent) und die USA (11,8 Prozent). Noch besser ging es den Firmen in Singapur, denn dort wurden im Rahmen der Corona-Nothilfe bis zu 16,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgeschüttet. Mit der Schweiz sind aber eher Italien und Spanien vergleichbar, die 4,9 bzw. 3,5 Prozent zahlten. Beide Länder ächzen aber unter einem hohen Schuldenberg und sind daher eigentlich nicht mit der Schweiz zu vergleichen. Traurig: Sogar deutlich ärmere Länder unterstützen ihre KMU mehr als die Schweiz! So wurden in Brasilien rund 8,3 Prozent und in Südafrika etwa 5,3 Prozent gezahlt.

Knauserigkeit mit Folgen

Die KMU der Schweiz stöhnen unter den Belastungen, denen sie durch Lockdown und die verschiedenen Massnahmen unterworfen sind. Vor allem die Gastronomie leidet, auch die Event- und die Reisebranchen müssen hohe Einbussen hinnehmen. Viele Kleinunternehmer müssen mittlerweile an ihre Altersvorsorge gehen und die dortigen Rücklagen anzapfen, weil sie ihre Existenz anderweitig nicht mehr retten können. Viele von ihnen fühlen sich von der Schweizer Regierung im Stich gelassen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Schweiz schon lange Härtefallentschädigungen versprochen wurden, die jedoch nie gezahlt werden. Rund 2,5 Milliarden Franken wurden bewilligt, doch Bundesrat, Parlament und auch die einzelnen Kantone sehen sich derzeit nicht in der Pflicht, etwas für die KMU zu tun. Von den bewilligten Hilfen wurden bis jetzt gerade einmal 8,4 Millionen Franken an die KMU ausgezahlt, was weniger als ein halbes Prozent darstellt. Der Grund dafür sind die besonders strengen Anforderungen an die Auszahlung. Es gibt überhaupt nur dann Geld, wenn der Umsatzrückgang mindestens 40 Prozent beträgt und auch dann werden höchstens zehn Prozent des Umsatzes an die Firmen ausbezahlt. Die Unternehmen leiden aber schon lange und ein dauerhafter Umsatzrückgang von 35 Prozent führt ebenfalls unweigerlich zur Insolvenz.

Fazit: Schweizer KMU halten sich nicht mehr lange über Wasser

Die Schweizer KMU haben es derzeit schwer und werden auch in den kommenden Wochen weiter leiden. Grund sind die hohen Anforderungen an die Auszahlung der Corona-Hilfen, wobei die Schweiz inzwischen stark unter Kritik steht. Vor allem die bürgerlichen Politiker werden nun angegangen, wie sie die Anforderungen an die Härtefallmassnahmen viel zu hoch ansetzen und zum Beispiel auch die schon lange geforderten Mietausfallentschädigungen nach wie vor vehement ablehnen würden, so die Meinung vieler KMU. Inzwischen ist die Rede von einem weiteren Hilfspaket, das vielleicht ein wenig Licht am Ende des Tunnels bedeuten kann.

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Trotz der Krise: Schweizer KMU blicken optimistisch in die Zukunft

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Facebook, OECD und Weltbank hatten im Dezember eine Umfrage unter KMU gestartet und wollten in diesem Rahmen wissen, wie optimistisch oder pessimistisch diese in die Zukunft blicken. Heraus kam, dass sie durchaus positive Dinge erwarten und das allen Widrigkeiten zum Trotz.

Digitalisierung als Stütze für KMU

Die immer noch fortwährende Corona-Pandemie hat viele Unternehmen in eine tiefe Krise gestürzt. Dennoch blicken die meisten KMU optimistisch in die Zukunft, auch aufgrund der deutlich verbesserten Nutzung digitaler Möglichkeiten. Vor allem die Unternehmen zeigten sich optimistisch, die bereits digital gut aufgestellt sind und eine funktionierende Online-Präsenz haben. Von ihnen können laut Umfragen rund 25 Prozent ihre Einnahmen über digitale Wege generieren. Die Schweizer liegen damit zwar immer noch hinter Frankreich und Italien, doch bereits vor Deutschland. Die Spitzenreiter im europäischen Vergleich sind Irland und Grossbritannien, die zum Teil zu deutlich mehr als der Hälfte die Umsätze online generieren können.

Gesunkene Einnahmen zu verzeichnen

Bei allem Optimismus muss auch festgehalten werden, dass die Einnahmen der KMU in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken sind. Rund 54 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihre Umsätze zum Teil deutlich gesunken seien. Die verstärkte Nutzung digitaler Möglichkeiten kann diese Umsatzeinbussen nicht völlig aufheben, sodass die Krise für die Schweizer KMU durchaus eine ernst zu nehmende Belastung darstellt. Nun heisst es bei den Unternehmen, dass nur noch ein digitales Durchstarten die Rettung bringen könnte, denn wie lange Einschränkungen und Belastungen durch Corona noch anhalten werden, ist nicht gewiss.

Digitalisierung als Weg aus der Krise

Es bleibt auch für die Zukunft anzunehmen, dass die Digitalisierung nicht wieder zurückgehen wird. Das heisst, dass die Firmen weiterhin bestrebt sein müssen, ihre Online-Präsenz weiter auszubauen. Alle richten ihre Blicke nach vorn und hoffen auf die Wirksamkeit von Impfung und Medikamenten, um einen annähernden Normalzustand wiederherstellen zu können. Wie dieser aussehen wird, ist bislang noch ungewiss. Fakt ist aber, dass die KMU in Zukunft weiterhin online auftreten müssen. Sie werden im Internet gesucht und gebucht, es werden Preisvergleiche gemacht und Firmen auf ihre Seriosität überprüft. Wer online nicht zu finden ist, wird es zukünftig noch schwerer haben, Fuss zu fassen bzw. angesichts der wachsenden digitalen Konkurrenz Schritt zu halten.

Fazit: KMU sind optimistisch, müssen aber durchstarten

Auch wenn KMU derzeit optimistisch in die Zukunft blicken und davon ausgehen, dass die jetzige Krise bald vorüber sein wird, ist es wichtig, sich auf das neue Leben nach Corona vorzubereiten. Das wiederum bedeutet, dass die Firmen noch mehr als bisher auf die Digitalisierung setzen müssen. Die Mitarbeiter, die jetzt im Home Office arbeiten, werden schon bald verstärkt nach dieser Möglichkeit rufen, zumal sich die Work-Life-Balance, die ebenfalls verstärkt in den Fokus gerückt ist, damit leichter umsetzen lässt. Auch markttechnisch gesehen wird kein Unternehmen, das auf Dauer konkurrenzfähig bleiben möchte, um die Online-Präsenz bzw. den Ausbau derselben herumkommen.

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Wichtige Anlaufstelle für KMU: Neue Wissensplattform “bexio University”

Wichtige Anlaufstelle für KMU: Neue Wissensplattform "bexio University"

Wer eine rechtliche Frage hat, kann künftig Fragen kostenlos am Telefon beantwortet bekommen. Möglich wird das durch die JurLine der Protekta, die von bexio integriert wurde. Bexio ist ein Unternehmen für Business-Software und hat die „bexio University“ gegründet.

Sichere und effiziente Geschäftsprozesse möglich

Bexio möchte mit der University-Plattform erreichen, dass KMU in der Schweiz effizient, digital und sicher ihre Geschäftsprozesse planen und abwickeln können. Natürlich kommt es dabei immer wieder zu rechtlichen Fragen, die meist sehr kostenintensiv durch einen Rechtsanwalt beantwortet werden. Deutlich günstiger soll das mit JurLine und der „bexio University“ gehen, wobei die genannte Plattform von Kooperationen mit mittlerweile mehr als 50 Partnern profitiert. Rechtliche Fragen können zum Beispiel sein:

    • Darf ein Mitarbeiter wegen dauernder Verspätung gekündigt werden?
    • Wie kann ich Forderungen von einem Kunden eintreiben?
    • Was mache ich, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Häufig genug hängt die Effizienz eines Unternehmens daran, wie sicher es rechtlich gesehen agieren kann und welche Entscheidungen juristisch fundiert getroffen werden bzw. nicht anfechtbar sind. Mittlerweile nutzen mehr als 30´000 Kunden bexio und bekommen nun schnell und direkt telefonische Auskünfte zu wichtigen rechtlichen Fragen.

Voller Funktionsumfang der Software

Erfahrene Juristen beantworten die Fragen der Unternehmer und sorgen damit dafür, dass das Geschäft rechtlich sicher bleibt. Dabei werden Auskünfte zu allen Rechtsgebieten erteilt, sofern sie das Schweizer Recht betreffen.

Keine Beschränkungen gibt es im Hinblick auf die Anzahl der Auskünfte: Wer Fragen hat, kann diese unabhängig davon stellen, wie oft er oder sie bereits angerufen hat und Hilfe brauchte. Wer den vollen Funktionsumfang der bexio-Software gebucht hat, kann die Rechtsauskunft nun nutzen. Wer eingeschränkte Pakete hat, kann die Rechtsfunktion zusätzlich buchen.

Nicht zuletzt hilft Unternehmern die neue Wissensplattform „bexio University“ dabei, effizienter zu arbeiten. Die digitale Plattform richtet sich an KMU und Treuhänder und bietet alle relevanten Informationen rund um die Themen Digitalisierung, Vertrieb oder Online-Marketing. Sie wird schrittweise ergänzt und bleibt somit nicht auf dem aktuellen Stand bestehen. Neue Inhalte führen dazu, dass die Plattform als Anlaufstelle zur eigenen Weiterbildung genutzt werden kann.

Interne und externe Experten arbeiten hier zusammen und teilen ihr Know-how wissbegierigen Unternehmern mit. Es geht vor allem darum, Unternehmern das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, damit ihre Firma Erfolg haben kann und wettbewerbsfähig bleibt. Ausserdem steht die Administration der KMU im Mittelpunkt. Die Software bietet durch die oben genannten 50 Partner, die ihre Applikationen zur Verfügung stellen, eine individuelle Anpassungsmöglichkeit der Plattform. Es können zum Beispiel Schnittstellen zum Online-Shop entstehen, weitere Lösungen und Angebote für die Bezahlung im Internet sowie Apps, um Spesen automatisch zu verbuchen.

Fazit: Mit bexio sind Unternehmer gut gerüstet

Die Unternehmens-Software von bexio bietet Firmen eine ständig zu erweiternde Grundlage für neues Wissen. Es geht um alle Themen, die das tägliche Unternehmensleben betreffen, Wissensinhalte dazu werden laufend ergänzt. Neben dieser „bexio University“ ist die neue JurLine der Protekta ein für KMU sehr interessantes Angebot. Erfahrene Juristen beantworten die Fragen der Anrufer, wobei es egal ist, wie häufig sich diese melden. Im vollumfänglichen Softwarepaket ist die Beratung inbegriffen, ansonsten kann dieses Produkt zugebucht werden.

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Versicherer zahlen doch: Corona-Entschädigungen für KMU

Versicherer zahlen doch: Corona-Entschädigungen für KMU

Die Versicherer zieren sich teilweise immer noch: Die Schäden für Unternehmen sind gross, ein Ende der Corona-Pandemie scheint dennoch nicht absehbar. Die Schweizer Versicherungen wollten die Schäden nicht übernehmen und mussten dafür von allen Seiten Prügel einstecken.

Die Versicherer zahlen doch

Einige Versicherungsgesellschaften vertraten bzw. vertreten den Standpunkt, dass Schäden aus der Corona-Pandemie nicht abgedeckt seien und dass sie folglich nicht in die Leistungen der Versicherung gehören. Dabei traten die Schäden vor allem in zwei Bereichen der Versicherungen auf. Zum einen waren es die Reiseversicherungen, die häufig in Anspruch genommen werden sollten, weil die Urlaubsreisen einfach gestrichen wurden. 

Zum anderen waren Unternehmen betroffen und hier hätten die Betriebsunterbrechungsversicherungen in Leistung gehen müssen. Diese werden auch als Epidemieversicherung bezeichnet und genau hier liegt das Problem. Da die WHO Corona als Pandemie bezeichnet hatte, sahen sich die Versicherer im Recht – schliesslich bieten sie eine Epidemie- und keine Pandemie-Versicherung. 

Doch während es bei den Reiseversicherungen meist auf eine Leistung hinauslief, weil einige Krankenkassen mit Entschädigungen begonnen und andere nachzogen, standen KMU bisher oft allein da. Auch heute noch sind sie auf Kulanz angewiesen, weil die Versicherer einen Schaden durch die Pandemie eben nicht als Versicherungsfall betrachten.

Mobiliar als grosse Ausnahme

Die Mobiliar zeigte sich bisher vorbildlich und hat in ihren Versicherungen keinen Unterschied zwischen der Epidemie und einer Pandemie gemacht. Sie agierte bislang unbürokratisch und zahlte schon mehr als 300 Millionen Schweizer Franken an die Versicherten aus. Dies kam natürlich sehr positiv bei allen Versicherten an, die mit dem Geld aus der Versicherung einen Teil der Schäden durch Corona wieder ausgleichen können.

Andere Versicherer sahen sich dann im Zugzwang und wollten ihren Ruf schützen. Dafür traten sie an die Versicherten heran und boten ihnen einen Kompromiss. Versicherungen, die derart agierten, waren bisher zum Beispiel die Helvetia, Axa und Zurich. Manche behaupten, die Versicherungen gingen diesen Weg, um auf der einen Seite ihren guten Ruf zu schützen und auf der anderen Seite jahrelange rechtliche Streitigkeiten zu verhindern.

Und wie geht es weiter?

Die Angebote der Versicherer, die ähnlich wie die Mobiliar in Leistung gehen wollten, stiessen bei den Versicherten freilich auf offene Ohren und über 90 Prozent der Unternehmen, die ein Kompromissangebot erhielten, machten davon auch Gebrauch. Dies wurde zumindest durch die Axa derart kommuniziert, ähnlich äusserte man sich auch bei der Helvetia. 

Wie die einzelnen Angebote aussehen und welche Summen sie beinhalten, ist allerdings nicht herauszubekommen, hierüber schweigen sich die Gesellschaften aus. Fakt ist aber, dass die Versicherer mit Schadenssummen in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe rechnen und das allein für Corona-bedingte Schäden in 2020.  

Wie es nun allerdings weitergehen soll, ist noch unklar. Die Versicherungsbranche diskutiert nach wie vor über mögliche Lösungen, schnelle Wege der Versicherung sind hier allerdings nicht in Sicht. Gesprochen wird derzeit über Pool-Lösungen, die es bereits bei der Versicherung von Naturkatastrophen und bei der Absicherung nuklearer Risiken gibt. Doch wie sich KMU in Zukunft wirklich schützen können, ist nicht geklärt. Das gilt übrigens auch für die Reisenden, denn die derzeit geltenden Reiseversicherungen sollen ebenfalls künftig angepasst werden.

Fazit: KMU bekommen wenigstens eine kleine Entschädigung

KMU benötigen eine Betriebsunterbrechungsversicherung, um im Fall der Fälle einen Schaden überstehen zu können. So gedacht auch bei der Corona-Pandemie, nur hatte hier keiner mit der Spitzfindigkeit der Versicherer gerechnet. Sie argumentierten, dass es sich um eine Pandemie und keine Epidemie handele und sie daher nicht in Leistung gehen müssten. 

Die Mobiliar war der grosse Aussenseiter und zahlte vorbehaltlos Gelder an die Unternehmen aus. Andere Versicherer sprangen auf den Zug auf, um ihr Gesicht nicht zu verlieren und um rechtliche Streitigkeiten zu vermeiden. Sie boten allerdings nur Kompromisse und keine vollständigen Versicherungsleistungen. Nun bleibt abzuwarten, wie weitere Versicherer reagieren.

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Neue Gefahren für KMU durch Home Office

Neue Gefahren für KMU durch Home Office

Traditionelle Arbeitsmodelle galten so lange, bis Corona kam. Nun wird nach anderen Lösungen gesucht, um flexibler und eigenverantwortlicher zu arbeiten. Doch gleichzeitig entwickeln sich neue Gefahren für Unternehmen und ihre Mitarbeiter.

Höheres Risiko für Geräte

Das Home Office hat durchaus seine Vorteile und bietet das Arbeiten mit mehr Eigenverantwortung und deutlich mehr Flexibilität. Gleichzeitig sehen Versicherungen diesen Trend kritisch, gehen sie doch davon aus, dass die genutzten Geräte im Home Office deutlich grösseren Gefahren ausgesetzt sind.

Schon im Frühjahr 2020 war rund die Hälfte der Berufstätigen in der Schweiz im Home Office, teilweise dauerhaft, andere auf Stunden oder Tage in der Woche beschränkt. Grund waren die beschlossenen Corona-Schutzmassnahmen, derer sich die Unternehmen beugen mussten und aufgrund derer neue Arbeitsmodelle eingesetzt werden mussten. Einen deutlichen Schub erfuhren die Digitalisierung und die Arbeitsplatzmodelle, die nun so vielfältig wie nie zuvor sind. Nicht wenige Mitarbeiter wussten diese Art der Arbeit zu schätzen, gleichzeitig können sich viele Unternehmen damit arrangieren. Es bleibt also zu erwarten, dass das Home Office auch nach Corona deutlich stärker genutzt werden wird als zuvor.

Bei Umfragen gaben sogar rund 41 Prozent der Befragten an, dass sie zu Hause deutlich produktiver seien, etwa 34 Prozent wollen selbst nach Corona zu Hause arbeiten. Die Umgebung sei hier ruhiger, es gäbe weniger Ablenkungen durch Kollegen und der Alltag könne besser in das Berufsleben integriert werden. Das alles führt nach Ansicht der Versicherer aber dazu, dass die von den KMU gestellten Geräte im Home Office deutlich gefährdeter seien als im regulären Büro. Dies gilt vor allem für die Angestellten, die zwar im Home Office tätig sind, dort aber einen abgeschlossenen Büroraum nutzen, sondern von der Familie und Haustieren umgeben sind.

Grosses Bedürfnis nach Sicherheit

Unternehmen mussten durch die Umstellung auf das Home Office schnell dafür sorgen, dass technische Lücken geschlossen werden und dass digitale Tools in der Standardvariante eingesetzt werden. Ausserdem mussten Mitarbeiter von zu Hause aus Zugriff auf die Geräte und Technologien im Unternehmen erhalten, was einen zusätzlichen Eingriff in die Unternehmenssicherheit bedeutete. Private Geräte wurden angeschlossen und genutzt, was weder den aktuellen Sicherheitsbestimmungen noch der Effektivität diente. Nicht alles war und ist kompatibel, sodass viele Angestellte im Home Office täglich vor neuen Herausforderungen stehen.

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist in den Unternehmen stark gewachsen, zumal während des ersten Lockdowns vermehrt Phishing-Attacken auf die Unternehmen festgestellt werden konnten. Betrüger versuchten direkt, die Umstände zu nutzen und sich über Fake-Mails Zugriff auf die Rechner zu verschaffen. Dennoch sind weniger die Geräte als vielmehr die Menschen das grösste Problem, denn sie gehen immer noch zu lasch mit den Sicherheitsbestimmungen um.

Wer mit seinem Mail-Verkehr nicht sorgsam umgeht, kann Betrügern das Tor zum Unternehmen öffnen. Inzwischen haben viele Firmen Sicherheitschecklisten für die Mitarbeiter, sodass diese sich in puncto IT-Sicherheit daran orientieren können. Ganz wichtig: Familienmitglieder sollten keinen Zugang zu dem Rechner bekommen, der dem Unternehmen gehört und über den der Angestellte arbeitet. Mit jeder weiteren Person als Nutzer würde das Sicherheitsrisiko vergrössert.

Fazit: Home Office ist praktisch, aber risikoreich

Sowohl Unternehmen als auch Angestellte profitieren vom Home Office und seinen Möglichkeiten der konzentrierten, ruhigen Arbeit. Gleichwohl ist das Sicherheitsrisiko hier deutlich grösser, zumal viele Nutzer zu Hause weniger streng mit den Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens umgehen.

Potenzielle Angreifer auf das Netzwerk erhalten hier leichter Zugriff, weil sich die Geräte zu Hause mit den Geräten in der Firma verbinden müssen, unsichere Passworte verwendet werden oder nicht sorgsam genug mit dem E-Mail-Verkehr der vermeintlichen Kollegen (in Wahrheit der Betrüger) umgegangen wird. Auch die geteilte Nutzung für private und berufliche Zwecke lässt den Rechner leichter angreifbar werden. Die Deckung in der IT-Versicherung muss aus diesen Gründen für Geräte, die im Home Office genutzt werden, separat geklärt werden.

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Neues Schweizer Datenschutzgesetz bringt Änderungen für KMU

Mietrecht

Neues Schweizer Datenschutzgesetz bringt Änderungen für KMU

Das Schweizer Datenschutzgesetz wurde modernisiert und beinhaltet wichtige Änderungen für KMU. Die Umsetzung der neuen Regelungen ist aber erst für Ende 2021 geplant. Dennoch sollten sich die betroffenen Unternehmen bereits jetzt über nötige Anpassungen informieren.

Mietrecht

Das Ende der Debatten

Das Parlament debattierte nun mehr als drei Jahren darüber, wie das neue Schweizer Datenschutzgesetz wohl aussehen könnte. Der ursprüngliche Erlass zum Datenschutz galt bereits seit 1992 und konnte mit den technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Land nicht mehr Schritt halten. Er wurde an die neuen Verhältnisse angepasst, wobei eine Anlehnung an die Regelungen in ganz Europa erkennbar ist. Vor allem die Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union bildete die Grundlage für die Debatten bzw. für die daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Die DSGVO ist bereits seit 2018 in Kraft.

Die Modernisierung der Datenschutzverordnung in der Schweiz war notwendig geworden, weil der Informationsaustausch mit internationalen Partnern auch weiterhin uneingeschränkt möglich sein und kein Schweizer Unternehmen dadurch Nachteile erfahren soll. Die EU hatte mit der DSGVO eine Norm geschaffen, die nun auch für die Schweizer Unternehmen bindend ist. 

Hintergrund der notwendigen Überarbeitung der Verordnung war auch, dass nicht immer ganz klar sein kann, ob ein Unternehmen aus der Schweiz in den Anwendungsbereich der Europäischen Union gerechnet werden muss. Nun hatten sich zwei Standards entwickelt: Auf der einen Seite die DSGVO und auf der anderen Seite die Schweizer Datenschutzverordnung. Rechtsunsicherheiten und ein verwalterischer Mehraufwand waren die Folge. Gleichzeitig wurde aber eine Gleichwertigkeit des Datenschutzes gefordert, sodass sich Schweiz und EU auf dieser Ebene annähern.

Probleme und Neuerungen bei der Datenschutzverordnung

Die vollständige Revision des Datenschutzgesetzes erwies sich als durchaus problematisch und es war allen Beteiligten wichtig, dass in erster Linie intelligente und nicht nur andere Lösungen gefunden wurden. Die Besonderheiten der Schweizer Wirtschaft und der Unternehmen hier musste berücksichtigt werden. Dies sollte verhindern, dass die Wirtschaft künftig mehr als nötig belastet würde und gleichzeitig sicherstellen, dass das Schweizer System dem der EU ebenbürtig wird.

Neu ist zum Beispiel, dass sich der Geltungsbereich des Datenschutzgesetzes nun auf die Daten von Menschen, also von natürlichen Personen bezieht. Vorher ging es nur um juristische Personen. Ausserdem beinhaltet die neue Verordnung eine Auflistung der besonders schützenswerten Daten sowie mögliche Rechtsfolgen bei Speicherung und Verarbeitung dieser Daten. Die Regelungen betreffen hier zum Beispiel: 

    • Einwilligung in die Datenspeicherung
    • Datenschutz-Folgenabschätzung
    • Weitergabe der Daten an Dritte
    • Bonitätsprüfungen

Daten, die eine Person eindeutig identifizieren, gelten nun als besonders schützenswert. Ausserdem gibt es eine neue Regelung zum Profiling, was immer dann vorliegt, wenn die Daten einer Person automatisiert bearbeitet werden und anhand der Daten eine Beurteilung des Betreffenden und seiner Persönlichkeit vorgenommen wird bzw. werden kann. Beim Profiling mit hohem Risiko muss eine ausdrückliche Einverständniserklärung des Betreffenden vorliegen. Ein hohes Risiko ist zum Beispiel vorhanden, wenn es um die Überprüfung der Kreditwürdigkeit einer Person geht.

Die neue Datenschutzverordnung verlangt von KMU, dass ein Verzeichnis zu den Datenbearbeitungen geführt wird. Ausnahmen gelten für die Firmen, die bis zu 250 Personen beschäftigen und die bei der Verarbeitung der Daten nur ein geringes Risiko aufweisen, die Persönlichkeit von Personen zu verletzen.
„Privacy by Design“ und „Privacy by Default” werden per Gesetz festgeschrieben. 

Das heisst in ersterem Fall, dass die Datenschutzvorschriften schon bei der Datenbearbeitung ab der Planung eingehalten werden müssen. Die zweite Variante meint, dass App- und Website-Voreinstellungen so ausfallen müssen, dass Personendaten nur auf das Mindeste beschränkt bearbeitet werden.

Jeder hat nach der neuen Verordnung ein Recht auf Datenübertragbarkeit und so können Personen die Übertragung der eigenen Daten an andere Unternehmen verlangen. Dieser Service soll kostenlos möglich sein.

Fazit: Das neue Datenschutzgesetz schützt natürliche Personen

Einst waren es juristische Personen, die durch das Datenschutzgesetz in der Schweiz besonders geschützt wurden. Durch die Notwendigkeit der Anpassung eigener Verordnungen an die Vorgaben der Europäischen Union sind es nun die natürlichen Personen, die durch KMU geschützt werden müssen. 

Ein umfassender Schutz der Menschen und ihrer Daten ist vor allem bei der Datenverarbeitung mit hohem Risiko vorgesehen. Ein solches liegt unter anderem bei der Beantragung von Krediten und der zugehörigen Bonitätsprüfung vor. Zugleich haben die Menschen das Recht, eine Weitergabe ihrer Daten an andere Firmen zu verlangen. Die neuen Regelungen werden wahrscheinlich erst gegen Ende 2021 in Kraft treten.

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